In dem dicht besiedelten Gebiet:
- Siedlungen mit nur wenigen Häusern
- grössere Dörfer, die auf halber Höhe der sonnigen Hänge liegen.
- Ein grosses Netz von Saumpfaden und Wegen verbindet die Dörfer über den Gebirgskamm, auf halber Höhe des Hanges
- berg- und talseitig von kleinen, steinernen Stützmauern befestigt und mit trocken verlegtem Steinpflaster bedeckt,
- Pfarrkirchen, von unzähligen Votivkirchen aus der Spätgotik,
- von Kapellen und Kruzifixen entlang der Prozessionswege,
- von Heuschobern auf den Wiesen
- Mühlen an den Wasserläufen,
- von Brunnen und Tränken mit Steinwannen,
- von ehemaligen Kalköfen,
- von Überresten der militärischen Befestigungsanlagen aus dem Ersten Weltkrieg
- Die Baustruktur der Dörfer besteht aus Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, die manchmal unabhängig und manchmal unter einem Dach vereint sind.
- Das Wohnhaus ist das Hauptelement der volkstümlichen Architektur.
- Das slowenische Siedlungshaus ist ein Einraumhaus mit offener Feuerstelle (ognjišče) und manchmal mit Herd/Ofen (peč). Natürlich gab es eine starke Rauchentwicklung in den Räumen
- Das kleine Haus hatte eine dreiteilige vertikale Struktur: ein mit Steinmauern umschlossenens Kellergeschoss, das als Stall oder Keller diente; darüber ein Wohngeschoss; ein Dachboden, der wegen des Rauches unbenutzbar war. Das Dach war steil, mit Stroh oder Holzschindeln gedeckt.
- Dieser Haustyp existiert nicht mehr; Spuren davon sind in den kašte zu erkennen, kleine bäuerliche Gebäude, die es noch in manchen Dörfern gibt (Oznebrida, Cras, Cepletischis, Masseris, Montemaggiore).
- Der wichtigste Gebäudetypus, der über 500 Jahre die Wohnkultur geprägt hat, ist das “Izba-Haus”.
- Es besteht aus zwei Räumen im gleichem Stockwerk: der erste entspricht dem ehemaligen Rauchhaus, Schwarzküche genannt (črna kuhinja), mit der offenen Feuerstelle und dem Ofenloch des Herdes/Ofens;
- der zweite Raum wird izba genannt und hier befindet sich der Körper des peč, der als Energiespeicher dient und das Zimmer im Winter konstant warm hält.
- Die Wände bestanden aus Steinen, mit Lehm- und Kalkmörtel (malte di argilla e calce) zusammengesetzt;
- Holz diente als Material für die Böden, die Balkone, das Fachwerk (graticci esterni) und für den Dachstuhl (orditura del tetto); die Dächer wurden weiterhin mit Stroh gedeckt.
Das Izba-Haus stellt den Kern fast aller nachfolgender Änderungen dar; in seiner ursprünglicher Form ist es insbesondere in Topolò anzutreffen.
Später wurden die Strohdächer durch Ziegel (Dachziegel/Dachpfanne) ersetzt.
Die geringere Neigung und die erhöhten Mauern erlaubten, Platz für Schlafräume im ersten Stock zu schaffen.
Mit der Einführung des Rauchfangs wurde das Haus definitiv vom Rauch befreit.
Die technischen Neuerungen und der verstärkte kulturelle Austausch bestimmen die neuen Häusertypen: das Haus mit Laubengang und das Haus mit Loggia.
- In den Häusern mit Laubengang (ballatoio) liegen die Wohnräume auf zwei Stockwerken verteilt: im unteren Stockwerk die Küche, die Izba und andere Lagerräume, im oberen Stockwerk die Schlafräume, die man über Aussenstiegen und den hölzernen Laubengang erreicht.
- Das Haus mit Loggia hat einen grossen gedeckten Bereich, der in die Tiefe des Baukörpers reicht und das “Herz” des Hauses darstellt. Hier macht man an Regentagen handwerkliche Arbeiten oder die Auslese der landwirtschaftlichen Produkte.
Die wichtigsten Elemente beider Haustypen sind:
- Pfeiler, Türen- und Fensterrahmen aus handgearbeitetem Stein
- einfache oder bearbeitete Laubengänge aus Kastanienholz
- weit ausladende Traufrinnen der Dächer
- Holzträger mit Intarsien
- Flachziegel aus Backstein, die durch teilweise Eintauchen in Kalkmilch verschiedene Farbtöne aufweisen
Zwei ganz besondere landwirtschaftliche Gebäude, die von den Wohngebäuden getrennt sind: die kašta und der kozolec.
Die kašta ist ein winziges Gebäude in der Nähe des Wohnhauses, es dient als Aufbewahrungsort für diverse Produkte und Nahrungsmittel und manchmal auch als Schlafraum für nicht verheiratete Erwachsene, die den grossen Familien angehören.
Auch hier wiederholt sich der Typus des slowenischen Siedlungshauses, bei dem das Holz überwiegt. Die gesamte Struktur besteht aus Kastanien-oder Eichenholzelementen, geschnitzt und mit Nägeln aus Kornelkirschenholz verbunden. Sie bilden eine solide, leichte und elastische Struktur, auf einem schweren Steinsockel aufgesetzt. Wir haben gute Beispiele in Montemaggiore, Cepletischis und Oznebrida.
- Der kozolec (Heuharfe) ist ohne Zweifel das interessantere bäuerliche Gebäude.
- Es steht am Dorfrand oder in unmittelbarer Nähe zum Dorf
- dient in erster Linie zum Trocknen der landwirtschaftlichen Produkte.
- Sein Ursprung liegt in einem Holzstamm mit Zweigen, der in das Erdreich gesetzt wurde und auf dem Heu, Weizen und andere Getreidesorten aufgebreitet wurden, damit sie rasch trockneten.
- Über die verschiedenen Phasen (verlängerter kozolec, doppelter kozolec mit Dach) gelangt man zum vollendeten Gebäude.
- Sein Ursprung, seine Entwicklung und Verbreitung sind ausschliesslich im Bereich der slowenischen Volksgruppe zu finden.
- Viele kozolec findet man in Topolò, Seuza, Brida, Plataz, Gabrovizza, Iellina und Masseris.